Und tschüss!

14.06.2018

Es ist mittlerweile elf Jahre her, dass ich mich beim Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) bewarb.

Ich mag mich noch gut an das Gespräch mit Rolf Büttiker er­innern, der mich skeptisch musterte und brummte: «Sie sehen nicht aus, als ob Sie viel Fleisch essen.» Zum Glück wies ihn Balz Horber darauf hin, dass Fleisch gesund ist und nicht dick macht!
So wurde ich also in die Fleischbranche aufgenommen, und dank dem Wohlwollen und der grossen Unterstützung vieler Mitarbeiter, Kommissionsmitglieder usw. fand ich mich auch als Neuling rasch zurecht. Mein Fleischkonsum nahm nochmals deutlich zu, lernte ich doch viele grossartige Spezialitäten kennen. Aber nicht nur das Essen machte Spass, auch die Arbeit. In verschiedenen Bereichen kam der SFF in den vergangenen Jahren vorwärts: Beispielsweise gelang es, dank einer moderneren Berufsprüfung wieder etwas mehr junge Kaderleute auszubilden. Auch auf der politischen Ebene konnte die Branche einige Erfolge feiern, wie beispielsweise die Wiedereinführung der Inlandleistung. Und im Bereich seiner Kommunikationsmassnahmen hat der Verband den Schritt ins digitale Zeitalter geschafft.
Natürlich gab es auch weniger einfache Momente. Viel zu denken gaben und geben mir der Nachwuchsmangel und die rund 400 Mitglieder, die ihren Betrieb in diesen elf Jahren für immer schlossen. Eher ins Kapitel Humoristisches fällt hingegen der Moment, als mir ein erboster Metzgermeister beschied, demjenigen, der dies und jenes entschieden habe, müsse man «fadegrad eis an Grind preiche». Ich kam nicht darum herum, zuzugeben, dass kein anderer als ich diesen Entscheid getroffen hatte. Bis jetzt ist mein Kopf Gott sei Dank aber verschont geblieben.
Ich verlasse den SFF in einigen Tagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil ich bei einem ganz anderen Branchenverband eine neue Herausforderung gefunden habe. Weinend, weil mir die Fleischbranche und ihre zahlreichen Protagonisten in den letzten elf Jahren sehr ans Herz gewachsen sind. Doch bekanntlich ist die Welt klein, und die Schweiz erst recht.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls ganz viel Erfolg und danke all jenen, die mich in meiner Zeit beim SFF so tatkräftig unterstützt haben.

Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF

 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF